Via de la Plata

Wenn Menschen sagen, dass sie dann bald „auch mal weg“ sind, meinen sie damit meist den Camino Francés. Denn dies ist der mit großen Abstand populärste und meistgelaufene der vielen Jakobswege.

Da ist es schon eher die Ausnahme, wenn jemand die Via de la Plata wählt. Weniger als 5 von 100 Pilgern haben dies in den letzten Jahren getan prozentual (Stand 2016).

Dennoch – oder auch gerade deshalb – ist die Via de la Plata eine reizvolle Alternative zum bekannten Jakobsweg Camino Francés.

Via de la Plata: Eindrucksvoll

Interessante Fakten über die Via de la Plata:

• Sie ist so etwas wie ein Geheimtipp
• Sie ist mit Etappen-Längen von teilweise 35 Kilometern nicht für jedermann etwas
• Sie ist mit 1.000 Kilometern Länge der längste der Jakobswege
• Sie braucht 6 Wochen Dauer mindestens, um sie ganz zu laufen (entspannt 8)
• Sie beginnt ganz im Süden Spaniens
• Sie ist als einer der wenigen Jakobswege auch im Winter eine Option
• Sie ist als einer der wenigen Jakobswege im Sommer eher weniger empfehlenswert

Typisches Bild auf der Via de la Plata

Via de la Plata – ganz anders als der bekannte Camino Francés

In vielerlei Hinsicht ist die Via de la Plata das Gegenteil des touristisch-infrastrukturierten Camino Francés. Wie oben in der Liste schon gezeigt, hat die Via de la Plata sozusagen ihren „eigenen Kopf“, ihre eigenen Eigenschaften und Gesetze.

Aufgrund der geographischen Lage ist dieser Weg im Frühjahr und Herbst ideal zu gehen. Im Winter ist er eine Option, im Sommer dagegen durch Temperaturen von 40 Grad im Schatten nur etwas für die ganz Hitze-Resistenten.

Längere Etappen, weniger Unterkünfte: Nicht für jeden etwas

Auf der Via de la Plata finden sich lange nicht so viele Unterkünfte und Herbergen, wie auf bekannteren Wegen. Während auf dem Camino Francés alle paar Kilometer eine Übernachtungsmöglichkeit am Wegesrand auftaucht, ist die Via de la Plata in dieser Hinsicht nicht üppig ausgestattet. Für Pilger mit Fahrrad ist dies natürlich überhaupt kein Problem. Dafür bietet sie aber ein „mildes“ Höhenprofil und nur ein richtiges Gebirge, was überwunden werden will.

Weite Landschaften charakterisieren die Via de la Plata, wie Pilgerberichte immer wieder betonen. Die Ruhe und Stille der Natur, in der der Pilger aufgehen kann, sich mit ihr verbinden kann – dafür ist die Via de la Plata bekannt, und dafür wird sie von Pilgern geliebt.

Oftmals sind es erfahrene Pilger, die entweder dem Pilger-Boom entgehen möchten oder die bekannten Wege schon kennen und auf der Suche nach weiteren „laufenswerten“ Camino sind.

Sore knee means a rest stop, and would otherwise have missed this #caminodesantiago #viadelaplata #realdelajara

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Erfahrene Pilger lieben oft die Andersartigkeit der Via de la Plata

Die Via de la Plata startet in Südspanien in Sevilla. Sie durchläuft verschiedene Landstriche und Regionen, wie die Trockenregion Extremadura. Auch passiert sie alte, bekannte und sehenswerte Städte wie Merida und Salamanca.

Die vielleicht beste Jahreszeit für die Via de la Plata ist der Frühling, wo alles in Blüte steht. Dann ist es angenehm war, aber noch nicht zu heiß. Um die Via de la Plata komplett zu laufen, sollte man eine Dauer von 6 Wochen mindestens einplanen.

Hilfreiche Artikel zur Reiseplanung:

Video- & Fotoeindrücke von der Via de la Plata:

Fotos: Hannes Gebauer & Christoph Erkens

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